GODsDOGs – Fallada

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Fallada’, GODsDOGs 2014

Öl, Lack, Zeichnung auf Leinwand, 200 x 130 cm.

Foto: Jacob Zoche

 

Ein Märchen der Gebrüder Grimm stand Pate für den Titel. “Fallada der du da hangest… ” ist der berühmte Satz, mit dem die Gänsemagd (die in Wahrheit von königlichem Geblüt ist) täglich den im Torbogen hängenden Kopf ihres getöteten Pferdes anspricht.

Die Vorlage für das hier mit ineinander zerfließendem Lack gemalten Tieres stammt avon einer ca. 100 Jahre alten schwarz-weiß Fotografie eines ebenfalls toten Pferdes, das ein Professor für anatomisches Zeichnen mit Ketten in seinem Atelier aufgehängt hatte, damit er und seine Schüler ein perfektes Modell für ein zu malendes Reiterstandbild hatten. Die Ketten wurden damals freilich nicht mit gemalt. Hier jedoch zeugen sie von dem ausgeliefert sein und transportieren das Sujet “des Gehängten” ins Reich der Fabel. Dass die Szene in einer Kirche angesetzt ist, in der auch ein Altar zu sehen ist, betont die christliche Konnotation. Auch die Herde Kühe könnten eine Assoziation zum Opferlamm darstellen. Oder geht es um das Gebunden-sein in jedem/r von uns? Die filigranen Zeichnungen in den Flügeln der Libelle deuten darauf hin.

 

Gleichzeitig finden sich auch Symbole für Hoffnung und Neuanfang. So ziehen

Kraniche durch das Bild. In vielen Mythologien kommt diesen Vögeln eine besondere Bedeutung als Glücksbringer zu. Bereits im alten Ägypten und auch in vielen russischen Märchen standen sie als Symbol für Glückseligkeit, in Japan für ein langes Leben. Die Bezeichnung des Kranichs als „Vogel des Glücks“ kommt möglicherweise ursprünglich aus Schweden. Die Ankunft des Kranichs gilt als Vorbote für den Frühling und somit für Wärme, Licht und Fülle. In China wird dieser Vogel sogar als göttlicher Himmelsbote verehrt.

 

Und der mit Bleistift gezeichnete Junge, der zwischen aus Lack gemalten Schilf hervorlugt und mit seinen Füßen in mit Öl gemaltem Wasser – oder mitten im Leben – steht, schwingt selbstsicher und gelassen den Stock, um damit möglicherweise die Widrigkeiten und Fährnisse des Lebens zu verjagen.